@amHofe – “Kultur am Hofe” twittert

Kurzmitteilung

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Menschen und Kultur aus der Region zusammenbringen

Das Baudenkmal „Gut Grashorn“ liegt in der Bauerschaft Rhade, welche zur Gemeinde Dötlingen gehört. Bereits Ende des 13. Jahrhunderts wird hier eine Hofanlage erwähnt, welche von Graf Konrad zu Oldenburg und seinem Bruder Graf Christian zu Oldenburg Mitte des 14. Jahrhunderts veräußert wird. Seit dieser Zeit ist dieser Hof durchgehend im Familienbesitz verblieben.

So verkörpert diese Hofstelle neben einer privaten Familiengeschichte auch einen historisch gewachsenen Teil der Gemeinde Dötlingen. Diesem kulturellen Erbe nehmen wir uns an, möchten es Stück für Stück, entsprechend des Sanierungsfortschritts, der Region wieder zugänglich machen und sie an der ganz eigenen Ästhetik des Baudenkmals mit seiner Gartenanlage teilhaben lassen. Diesem Wunsch haben wir mit unserem Projekt „Kultur am Hofe“ Raum gegeben, indem wir durch verschiedene Kulturangebote die Geschichte, die Menschen und die Kultur aus der Region zusammenbringen und sie somit anfassbar, spürbar und damit erlebbar machen.

Rabea Lück-Dolling & Tim Lück

Leader Wildeshauser Geest

Kurzmitteilung

Wir freuen uns über diese Nachricht: “Die Mitglieder der LAG haben sich bei ihrer 17. Sitzung der LAG vom 01.12.2011 einstimmig für eine Förderung in Höhe von 5.000 € für Sanierungsarbeiten am Gut Rhade ausgesprochen. Der Beschluss war jedoch vorbehaltlich einer zusätzlichen Bereitstellung von Fördergeldern im Programm LEADER durch das Land Niedersachsen gefasst worden. Mit Bescheid vom 05.12.2011 hat das Land auf unseren entsprechenden Antrag zusätzliche Fördergelder bewilligt. Damit ist es uns nunmehr möglich, Ihr Projekt in voller Höhe zu fördern.”

 

Moralisches Märchen im Regen

Theater Brillanter Puppenspieler Möller-Lück hält Publikum bestens bei Laune
250 Zuschauer erlebten die Premiere in Rhade. Sie mussten ihr Kommen nicht bedauern.

Von pk / Nordwest-Zeitung, 4.Juli 2011
(Originalartikel: www.nwzonline.de)

Rhade – Pavel Möller-Lück, brillanter Puppenspieler des Theaters Laboratorium in Oldenburg, ist es zu verdanken, dass die Freiluftpremiere am Sonnabend auf Gut Grashorn in Rhade nicht ins Wasser fiel. Trotz Nieselregens und kalten 12 Grad harrten die rund 250 Zuschauer unter Regenschirmen, Kapuzen und anderen Regenschutzutensilien aus. Wohl wissend, dass sie hier nicht nur einen wahren Künstler des Wortes und Ausdrucks auf der Bühne sehen, sondern in der Gemeinde Dötlingen auch erstmals das Erfolgsstück „Van den Fischer un sien Fro – Un Nee is jüst so wichtig as Ja“ in bester plattdeutscher Mundart erleben konnten.

Schon im Vorfeld des Freilichttheaterabends auf dem Gut Grashorn, das nach und nach von Rabea Lück-Dolling und Tim Lück wieder aufgebaut wird, waren die Karten für die besondere und erste Aufführung schnell vergriffen. Zum einen waren es das Stück und Pavel Möller-Lück selber, zum anderen aber auch der vor dem Zerfall gerettete Hof, die das Interesse weckten (die NWZ berichtete). So weilten unter der Zuschauerschar viele Theaterfreunde aus dem Umfeld des Gutes; aber auch aus Oldenburg und dem Vechtaer Raum waren Gäste eigens für die Freilichtpremiere angereist. Hans-Joachim Luckau war sogar mit einem Oldtimer-Bus und 27 Fahrgästen nach Rhade gekommen. „Ganz so wie der Fischer mit dem Bus nach Stralsund fährt“, erklärte Tim Lück mit einem Augenzwinkern. Ein kleiner Wink auf den Inhalt des Stücks, das das Publikum bestens bei Laune hielt.

Zum Inhalt: Bei den Fischers herrscht Flaute. Herr Fischer ist eigentlich wunschlos. Nur seine Frau will nicht so wie er wohl (nicht) will. Veränderungen deuten sich an, als er einen verzauberten Butt fängt, der Wünsche erfüllen kann. Frau Fischer wird Königin. Herr Fischer besucht bald in Stralsund die Männertherapie…

Aus dem moralischen Märchen um die Unbescheidenheit der Fischer-Frau macht Pavel Möller-Lück eine clowneske Betrachtung zu den großen Themen wie Wünsche, Liebe und Glück. Gut 60 Minuten, die es in sich haben. Mit Wortspiel und Tiefsinn erheitert der Puppenspieler sein Publikum auf der einen Seite und schafft es dennoch, die Ernsthaftigkeit nicht aus den Augen zu verlieren.

Nach der Premiere zeigte sich Puppenspieler Möller-Lück entspannt: „Das Wetter ist egal. Es war toll für uns alle. Das schweißt zusammen.“ Rabea Lück-Dolling und Tim Lück wollen zwei- bis dreimal im Jahr auf dem Gut Veranstaltungen ähnlicher Art anbieten.

Glücksfall rettet Gut Grashorn vor Zerfall

Denkmal Ehepaar verwirklicht sich Lebenstraum mit Sanierung des großen Anwesens im Dorf Rhade. Seit 2010 steht das Gut unter Denkmalschutz. Die Sanierungsarbeiten verlaufen vorbildlich.

Von Ulrich Suttka / Nordwest-Zeitung, 1.Juli 2011
(Originalartikel:  www.nwzonline.de)

Stattlicher Hof im Grünen: die Besitzer (von links) Tim Lück und Rabea Lück-Dolling mit Stefan Effenberger von der Denkmalschutzbehörde im Garten von Gut Grashorn. Hier soll am Sonnabend „Kultur am Hofe“ geboten werden. Foto: Suttka

Rhade – Das Ensemble sieht einfach toll aus. Riesig ist der Garten samt einer Grotte und einer eigenen Insel, hoch sind die schattenspendenden Bäume, imposant die Gebäude, die sich in U-Form um den Innenhof gruppieren. Das „Gut Grashorn“ in Rhade beeindruckt den Besucher schon, wenn er sich auf dem verschlungenen Weg langsam nähert. Dass das Anwesen seit Ende der achtziger Jahre langsam dem Zerfall preisgegeben war und die Wende erst vor fünf Jahren eingeläutet wurde: Man würde es beim Blick auf die Fassaden kaum vermuten. Rabea Lück-Dolling und Tim Lück haben sich die Erhaltung des Hofes zur Herzensangelegenheit gemacht. Nach jahrelanger Vorarbeit sind sie im Februar 2011 im kleinen Dorf bei Neerstedt heimisch geworden. Denn: „Jeder hat etwas im Leben, wo er sich verwirklicht“, so die 36-Jährige.

Für das Paar ist es der Wunsch, hier auf dem alten Bauernhof zu leben. Doch nicht nur das: Sie können sich das Gut auch als Ort kultureller Veranstaltungen vorstellen. Daher gibt es an diesem Sonnabend bei „Kultur am Hofe“ eine Freiluftaufführung des Oldenburger Theaters Laboratoriums. Tim Lück hat im Theater des renommierten Puppenspielers Pavel Möller-Lück die Leitung der Öffentlichkeitsarbeit und der Organisation inne.

Auf das Gut ist das Paar durch familiäre Bande gestoßen. Die Ehefrau stammt aus der Familie der Grashorns, die einst den prächtigen Hof bewirtschafteten und dabei seinerzeit zu einigem Wohlstand gekommen waren. Der Großvater der 36-Jährigen wurde einst hier geboren. Lück-Dolling hat sich tief in die Geschichte des Hofes eingearbeitet. Diese Faszination an der Historie und an dem Gut teilt sie mit Ehemann Tim. 2002 beschäftigten sie sich erstmals mit dem Objekt, 2006 stiegen sie in die Arbeit ein. Sie sanierten zunächst das große Dach, „gerade noch rechtzeitig“, erinnert sich Tim Lück, bevor die Wasserschäden zu immens geworden wären. Seitdem geht es nach und nach voran – und zwar vorbildlich. Das betont Stefan Effenberger vom Landkreis Oldenburg. Als er das Areal 2010 sah, war ihm klar. „Das ist ein Denkmal.“ Für Rhade sei das ein Glücksfall, da es das erste und einzige Baudenkmal sei. Durch den Denkmalstatus sei garantiert, dass dieses Gebäude aus dem vorletzten Jahrhundert auf Dauer nachfolgenden Generationen in seiner ursprünglichen Bausubstanz erhalten bleibe, erläutert er: „Das ist ein Lebenswerk.“

Der Grundriss sei fast unverändert geblieben, der Wohnteil ungewöhnlicherweise in Verblendmauerwerk ausgeführt worden, hebt Effenberger hervor. Vieles ist sicher älter als „1871“, die Zahl über dem Hauseingang.

Im einstigen Schweinestall haben es sich die Lücks inzwischen behaglich gemacht. Das Haupthaus und der Seitenflügel sind dagegen im Inneren noch reine Baustellen. Stück für Stück sanieren, lautet der Plan der Neu-Rhader, dabei möglichst die alten Materialien wieder verwenden oder auch rekonstruieren. Selbst das in der Region untypische „Pariser Blau“ ziert daher wieder das Fachwerk.

„Dem Ganzen die Seele zurückgeben“

Doetlingen – RHADE (ts) · Die Ortschaft Rhade hat ihr erstes Baudenkmal: Mit dem „Gut Grashorn“ hat der Landkreis Oldenburg ein am Rande der Bauerschaft liegendes Gebäude aus dem vorletzten Jahrhundert in die Liste der unter Schutz stehenden Denkmale aufgenommen, das derzeit von dem Ehepaar Rabea Lück-Dolling und Tim Lück behutsam mit historischen Baustoffen saniert wird.

Von ts / Kreiszeitung, 28.Januar 2011
(Originalartikel: www.kreiszeitung.de)

Rabea Lück-Dolling hat eine besondere Beziehung zu dem Gut. Hier wurde ihr Großvater Rolf Grashorn geboren, der Hof stammt aus ihrer Familie.

„Unser Ziel ist es nun, dem Ganzen die Seele zurückzugeben“, sagt Tim Lück, der sich gemeinsam mit seiner Frau schon seit längerem um den Bestandschutz bemüht. So haben sie nicht nur die Fenster, die in den 70-er Jahren in einem Bereich eingesetzt wurden, wieder herausnehmen und durch Holzsporenfenster ersetzen lassen. Ebenfalls sanierten sie den teilweise eingefallenen Schafstall, der Teil des U-förmigen Komplexes ist. „Verwendet haben wir hierfür die alten Steine, die wir gesäubert haben, sowie Kalk und Lehm“, berichtet Lück. Mit dem Ausbau des Schafstalls wollten die Eigentümer den ursprünglichen Charme erhalten. „Durch die U-Form haben wir wieder einen schönen windgeschützten Innenhof“, erklärt Lück.

Daneben wurde zusammen mit einem Restaurator anhand von Farbbefunden das ursprüngliche Blau des Fachwerks rekonstruiert. Blaues Fachwerk sei zu damaligen Zeiten ein Zeichen für Wohlstand gewesen. Denn blaue Farbe war teuer.

Für die weiteren Arbeiten lassen sich die Eheleute, die beim Theater Laboratorium beschäftigt sind, Zeit. Nach und nach schauen sie, was sich – nun auch durch die Denkmalschutzvorgaben – realisieren lässt. „Vielleicht können wir manches auch im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms verwirklichen“, so Lück. „Allerdings läuft bei diesem ja gerade erst die Planung an.“

Neben der Sanierung macht sich das Paar derzeit Gedanken, wie es den Hof mit dem prägenden blauen Fachwerk auch der Öffentlichkeit zugänglich machen kann. „Konkret haben wir bereits eine Veranstaltung am 2. Juli geplant, die auch schon ausverkauft ist“, berichtet Lück. Dann geht das Theater Laboratorium mit dem „Fischer auf Plattdeutsch“ outdoor. Infos hierzu gibt es im Internet unter http://www.kultur-am-hofe.de. „Eventuell wird im kommenden Jahr eine weitere Veranstaltung folgen“, so Rabea Lück-Dolling. Vorstellbar sei zudem ein Sommercafé. „Aber das ist nur eine Idee“, sagt sie.

Daneben möchte Rabea Lück-Dolling nun erst einmal die Geschichte des Hauses erforschen, das wahrscheinlich schon im 18. Jahrhundert entstanden ist. „Auf dem Gut wurden ab Ende des 19. Jahrhunderts Alt-Oldenburger gezüchtet – vielseitig einsetzbare Fahrpferde mit guten Reiteigenschaften“, weiß sie bereits.

Neben dem blauen Fachwerk und dem fast unveränderten Grundriss gibt es laut dem Landkreis Oldenburg noch eine Besonderheit. Anders als der Wirtschaftskomplex in Fachwerkbauweise wurde der Wohnbereich jüngeren Datums aus dem Jahr 1871 in Verblendmauerwerk errichtet.